Zum Krieg in der Ukraine: Respice Finem – Bedenke das Ende

„Das Blut unserer Feinde ist immer Menschenblut. Der wahre Ruhm besteht darin, es zu verschonen.“ (Ludwig XV., König von Frankreich 1715 – 1774)

Seit es in Deutschland wieder eine Zensur gibt, inszeniert sich der umtriebige Anwalt Joachim Steinhöfel als Streiter für die Meinungsfreiheit. Nun aber will er den österreichischen Kolumnisten Gerald Grosz nicht mehr vertreten, weil der angeblich den „Kriegsverbrecher“ Putin „relativiert“ hat.

Indes dreht Rolf Lindemann (SPD), weltberühmter Landrat des Kreises Oder-Spree, seiner Verwaltung die Heizung ab, weil er glaubt, damit den russischen Gasexport zu schädigen: „Pulli statt Putin!“

Im badischen Bietigheim verhängte der Wirt des Gasthauses Traube ein Hausverbot für alle Russen: „Dies ist unser Beitrag, damit unsere Kinder in einem friedlichen Europa leben können.“

Es hat den Anschein, dass bald jeder, der nicht fünfmal am Tag die ukrainische Flagge ausrollt und gen Kiew betet, als Unmensch und Handlanger des Teufels gebrandmarkt wird.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, es ist völlig normal, wenn im Krieg Partei ergriffen wird für eine Seite. Während des vorletzten Weltkrieges legte das englische Königshaus sogar seinen deutschen Namen ab, um fürderhin politisch korrekt den eines seiner Landsitze zu tragen.

Es ist ein bisschen wie beim Fußball. Und weil ich davon keine Ahnung habe, bin ich immer für die schwächere Mannschaft.

Wer von internationalen Konflikten keine Ahnung hat, ist in der Regel auch stets für das schwächere Land. Deswegen ist nie jemand für die USA, sondern immer für den Diktator, der von den bösen Amis vom Thron geholt wird. So veranstaltete das Rostocker Volkstheater seinerzeit allen Ernstes mal eine Solidaritätsaktion für Saddam Hussein.

Nie war es einfacher, ein guter Mensch zu sein. Man muss nur feuchte Augen bekommen, wenn der süße Wolodimir mit Welpenblick im Fernsehen auftaucht, und Putin im Gegenzug ein Hitler-Bärtchen anmalen.

Warum vergleichen eigentlich alle den russischen Präsidenten mit dem Braunauer und nicht mit dem Massenmörder aus Georgien?

Vielleicht will die Welt und speziell das Reich des Scholzomaten und der Erfinderin der feministischen Außenpolitik nicht daran erinnert werden, wie jubeltrunken die Ukrainer 1941 die Armee des Führers willkommen hießen.

Niemand nimmt den Ukrainern ihren fatalen Irrtum von ehedem noch übel. Es ist nur allzu verständlich, dass sie den deutschen Einmarsch als Befreiung vom kommunistischen Joch Stalins missverstanden.

Es zeigt aber auch, dass es im Kriege keine absoluten Wahrheiten gibt, kein Schwarz und Weiß, nur viele Grauschattierungen. Wer heute Opfer ist, kann morgen schon Täter sein. Kaum ein Film illustriert diese Tatsache besser als das polnische Meisterwerk „Wolhynien“ von Wojciech Smarzowski aus dem Jahre 2016. Nicht ohne Grund löste der Streifen in der Ukraine großen Ärger aus.

Indes haben die Deutschen in ihrer Mehrheit scheint’s nicht viel gelernt. Aus der eigenen Geschichte schon mal gleich gar nichts. Es wird angemaßt, verurteilt und ausgegrenzt auf Deibel komm raus bei gleichzeitig erschreckender Ahnungslosigkeit.

Hoch droben am Giebel des Schlosses Bothmer im mecklenburgischen Klütz prangt das Wappen des Erbauers, eines deutschen Adligen, der es in England bis zum Premierminister brachte. Darunter steht dessen Lebensmotto: Respice Finem – Bedenke das Ende.

Am Ende steht tatsächlich die Frage nach den Wunden auf allen Seiten und ob sie jemals wieder heilen werden. Es wäre nicht gut, wenn Deutschland erneut auf die Vergebungsbereitschaft der anderen hoffen müsste.

Ein bisschen kleinere Brötchen backen, wäre da schon mal ein guter Anfang.

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