5 vor 12 – Auf dem Weg in die Ökodiktatur

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Auf meinen Reisen in andere Länder – nach Humboldt Ausdruck wahrer Weltoffenheit – unterhalte ich mich stets mit so vielen Einheimischen wie möglich. So auch zuletzt in Armenien, wo ich, wie anderswo in gleicher Weise, gerade bei jungen Leuten eine gewisse Verklärung Deutschlands festgestellt habe. Ich versuche, meine Gesprächspartner dann immer ein wenig zu erden und kläre sie darüber auf, dass die Bundesrepublik längst kein strahlender Sehnsuchtsort für die Chance ihres Lebens suchende junge Menschen aus materiell weniger begünstigten Regionen der Erde ist, sondern einen unheilvollen Weg eingeschlagen hat, welcher leider viel zu wenigen Deutschen die nötigen Sorgen bereitet. Dies umso mehr, als für die Demokratie in unserem Lande inzwischen Matthäi am Letzten ist, denn der wahre Klimawandel ist ein Wandel des politischen Klimas hin zu einem totalitären Ökostalinismus.

Die Zeichen an der Wand sind mittlerweile Legion. Gerade strahlte der öffentlich-rechtliche Sender 3Sat eine Sendung aus, in welcher ganz unverhohlen die Demokratie als größtes Hindernis für einen wirksamen Klimaschutz bezeichnet wurde. In einer Demokratie würde viel zu lange nur diskutiert, mit dem Klimawandel hingegen könne man nicht diskutieren. Also gehöre die Demokratie infrage gestellt und wenn bei der Weltrettung störend, eben abgeschafft. Nun ist der Wirkungsgrad eines mit vielen Millionen Euro künstlich am Leben erhaltenen Spartensenders wie 3Sat freilich begrenzt, doch es sind Testballons, um zu schauen, wie die Öffentlichkeit auf derlei Tabubrüche reagiert. Ein Aufschrei blieb vorderhand aus. So werden die Bürger an den Gedanken gewöhnt, dass die Demokratie von nun an durchaus zur Disposition stehen kann.

Ausrutscher sind das nicht. Dafür häufen sich die Menetekel zusehends. Letzte Woche diskutierte zum Beispiel Maybritt Illner in ihrer gleichnamigen Quasselrunde das Projekt einer CO2-Steuer, die auf jeden Fall kommen müsse, wie sie eingangs kategorisch befand. Damit hätte Illner, die ihr Handwerk beim Fernsehen der DDR erlernt hat, also quasi unter einem Dach mit Karl-Eduard von Schnitzler, die Sendung eigentlich beenden können, denn wozu noch eine Debatte über etwas, das nach Meinung der Moderatorin alternativlos ist? Doch der eigentliche Hammer sollte erst noch kommen. Im Gespräch mit Grünenführer Robert Habeck unterschied Illner zwischen „Klimaunterstützern“, die man privilegieren sollte, einerseits und „Klimaschädlingen“, welche man mit finanziellen Mitteln zur Raison bringen müsse, andererseits. Kritiker der aktuellen CO2-Hysterie werden im ZDF vor einem Millionenpublikum als Ungeziefer diffamiert, mithin entmenschlicht und niemand widerspricht, empört sich, macht ein Fass auf.

Im Dritten Reich galten alle, die den Nationalsozialisten nicht ins Konzept passten, als „Volksschädlinge“ und landeten im KZ. Propagandafilme zeigten sie bevorzugt als Ratten, die, wenn man sie nicht rechtzeitig bekämpft, zu Abertausenden über alle braven Volksgenossen herfallen, ihnen die Lebensgrundlage rauben. So weit ist es im Lande der Habecks und Kühnerts noch nicht. Doch glaubten in den ersten Monaten nach der Machtergreifung der NSDAP auch nur die wenigsten Zeitgenossen, dass Hitler seine Pläne in der angekündigten Radikalität umsetzen würde. Als der verhängnisvolle Irrtum offensichtlich wurde, war es längst zu spät. Es ist daher keine Panikmache, wenn man immer wieder warnt und die tatsächlichen Feinde von Freiheit und Demokratie in Deutschland klar benennt. Vor allem aber hat die Uhr längst 5 vor 12 geschlagen. Das Zeitfenster für einen Unterbruch oder gar eine Umkehr der Entwicklung schließt sich erbarmungslos.

Jahrzehntelang rätselte die Wissenschaft, wie es geschehen konnte, dass eines der höchstentwickelten Völker beinahe geschlossen einer Figur wie Adolf Hitler folgte und ihm selbst dann noch die Treue hielt, als der totale Untergang unausweichlich war. Künftige Forschergenerationen werden zu ergründen haben, warum die Nachfahren eben jener törichten Deutschen denselben Fehler gerade wiederholen, nur dabei nicht einem immerhin rhetorisch talentierten Selbstdarsteller nachlaufend, sondern einer autistischen Minderjährigen, die von sich behauptet, CO2 sehen zu können. Was deren Kritiker wiederum zu erkennen glauben, sind politische Veränderungen, die uns mehr ängstigen sollten als ein oder zwei Grad mehr auf dem Thermometer.

Die Mär vom Klimawandel, der durch das vom Menschen verursachte CO2 hervorgerufen und ohne einschneidende Gegenmaßnahmen in den nächsten Jahrzehnten zur Apokalypse führen wird, ist der größte und nachhaltigste Betrug in der Geschichte. Vor allem ist er politisch wie finanziell unvorstellbar lukrativ, insbesondere für die Grünen. Über sie schreibt NZZ-Chefredakteur Eric Gujer treffend: „Die Grünen haben nicht nur Verdammung, sondern auch Erlösung im Angebot. Sie reklamieren eine überlegene Moral für sich und beanspruchen, zur Rettung des Planeten beizutragen. Von der Hölle, wo ‚Klimaleugner‘ schmoren, führt ein Weg in den Himmel ohne Gen-Food und anderes Teufelszeug. (…) Dass sich Probleme wie Ressourcenverbrauch und Überbevölkerung nur global lösen lassen, ficht die Partei nicht an. Sie verspricht Absolution, wenn jeder Buße tut.“ Ob er will oder nicht, müsste man hinzufügen. Umweltschutz ist hier lediglich ein Vehikel zum Zwecke der grünen Machtübernahme und die scheint zum Greifen nah.

Wenn die Angst nur groß genug ist, heiligt der Zweck in den Augen eines Volkes recht bald jedes Mittel, um den Weltuntergang abzuwenden. Wohl auch vor diesem Hintergrund bezeichnete Johann Gottfried Seume die Furcht als den Anfang aller Sklaverei. Kierkegaard stellte fest, dass Angst unfrei mache, weil sie dem Individuum die Fähigkeit zum eigenständigen Handeln raubt. Der so Gelähmte begibt sich auf diese Weise in die Hände fremder Kräfte, die Linderung versprechen, wenn man ihnen gehorsam ist. Darum haben Diktaturen, denen es an einer langfristig stabilen Herrschaft gelegen war, als erstes allenthalben Ängste geschürt. Stalin erfand die trotzkistische Verschwörung und versetzte seine Untertanen hierdurch in derartigen Schrecken, dass am Ende jeder in jedem anderen einen Konspirateur erblickte. Die Nationalsozialisten erklärten den Juden zu „unserem Unglück“ und generierten unter den Deutschen (aber nicht nur unter diesen) ein den eigenen Fortbestand infrage stellendes Bedrohungsgefühl, ohne das ein dermaßen irrationales Unterfangen wie der Holocaust nicht erklärbar ist. In der DDR war es die Furcht vor dem Atomkrieg, den natürlich der Klassenfeind im Westen auslösen würde, welche die Gesellschaft durchdrang. Im Interesse der Friedenssicherung, die wiederum alleinige Sache der sozialistischen Staaten war, hatten deren Bewohner nolens volens die in diesem gewaltigen Zusammenhang lässliche Unannehmlichkeit der eigenen Unfreiheit hinzunehmen. Wer Kritik an was auch immer zu üben sich getraute, wurde mit der Frage konfrontiert: Sind Sie etwa gegen den Weltfrieden? Das war dann ein für allemal erledigt. Wer ist schon gegen den Weltfrieden? Wenn Mauer und Stacheldraht diesen Weltfrieden fördern helfen, dann sind sie gut.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Keines der erwähnten Beispiele totalitärer Angstherrschaft währte ewig, auch wenn die Sowjetunion es auf knapp über siebzig Jahre brachte. Das ist nichtsdestotrotz ein Menschenalter, in dessen Verlauf viele Millionen Männer, Frauen und Kinder dem bislang größten Gesellschaftsexperiment der Weltgeschichte zum Opfer fielen. Die schlechte Nachricht besteht darin, dass mit den heutigen technischen Möglichkeiten (von künftigen ganz zu schweigen) eine Diktatur nur noch sehr schwer zu bekämpfen oder gar niederzuringen sein wird. China setzt hier beängstigende Maßstäbe, wie ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe. Der effektivste Totalitarismus aber ist jener, der ein Volk dazu bringt, sich freiwillig unterdrücken und ausbeuten zu lassen, sich gegenüber dem System aus eigenem Antrieb kooperativ zu erweisen.

Genau hier kommt die Angst ins Spiel, nicht die Angst vor der Geheimpolizei oder dem Zuchthaus, sondern die Angst vor dem Weltuntergang, den laut Propaganda allein die Regierung noch abwenden könne. So werden die Leute dazu gebracht, offensiv vom Staat zu fordern, ihnen noch mehr Opfer abzuverlangen, Steuern abzupressen und immer weitere Freiheitsrechte zu nehmen. Stolz erzählen solche Angstopfer im Fernsehen, dass sie im Unterschied zu ihren renitenten Nachbarn nicht mehr in den Urlaub fliegen, nur noch mit dem Fahrrad unterwegs sind und kein Fleisch essen, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Gegenüber Journalisten schimpft eine Unternehmerin, dass im Lande der weltweit bald höchsten Strompreise eben jene noch zu niedrig seien, weswegen Energie verschwendet würde, was wiederum das Klima leiden ließe. Andere lassen sich dabei filmen, wie sie in einer Jurte aus Plastikplanen hausen und von weggeworfenen Lebensmitteln zehren. Wenn alle so leben würden … Das aber müsste der Staat durchsetzen. Mittelalter als Zukunftsvision oder der große Sprung nach hinten.

In dieser Zukunft – das sagen nicht wenige sogenannte Klimaschützer ganz offen – wird die persönliche CO2-Bilanz darüber entscheiden, welche Annehmlichkeiten uns der Staat zugesteht oder aber verwehrt. „Klimaunterstützer“, vulgo politisch zuverlässige Volksgenossen, kommen dann in den Genuss diverser Vorzüge, dürfen beispielsweise ein Auto besitzen. Wohlverhalten erhöht die Kraftstoffzuteilung. Oder sie werden mit einer Flugreise belohnt, bekommen größere Fleischrationen, geräumigere Wohnungen, bessere Jobs. Doch wehe den „Klimaschädlingen“! Ihnen drohen höhere Steuersätze und der regierungsamtlich angeordnete Verzicht auf die Errungenschaften der modernen Technik. Es gäbe kurzum ein unerschöpfliches Repertoire an möglichen Sanktionen. Moderne Technik ermöglicht die totale Kontrolle und Überwachung eines jeden Individuums.

Am Ende stünden Umerziehungslager, sozusagen grüne Gulags oder gar das zwangsweise klimaverträgliche Frühableben. Doch wie klein sind derlei Opfer, wo es um nicht weniger als die Rettung des Planeten geht! In Stalins Sowjetunion während des Großen Terrors, nach ihrem Organisator auch Jeschowschtschina genannt, ließen sich Menschen gewissermaßen freiwillig hinrichten, weil sie glaubten, mit ihrem Tod einen Beitrag zum Sieg des Sozialismus zu leisten. Den Bewohnern der Bundesrepublik, die gerade mal 2 % der weltweiten CO2-Produktion zu verantworten haben, wird weisgemacht, dass sie die Welt vor dem angeblichen Klimainferno retten können, wenn sie ökonomischen Selbstmord begehen. Und sie tun es! Wer, wenn nicht wir? Das fragte der Obergrüne Habeck unlängst. Glaubt er wirklich, dass andere Staaten es uns gleichtun werden?

Fazit: Die Klimaideologie ist das weltanschauliche Fundament einer sich zunehmend totalitär gebärdenden Herrschaft europäischer Eliten. Angst und Panik vor der drohenden Apokalypse, die nur unter größten Opfern abzuwenden sei, sollen die Menschen dazu bringen, freiwillig Maßnahmen zuzustimmen, die unter normalen Umständen nicht durchsetzbar wären. Dazu gehören noch höhere Steuern, massive Einschränkungen des Privateigentums, der Verzicht auf demokratische Grundrechte und am Ende auf die Demokratie selbst, die drastische Absenkung des allgemeinen Lebensstandards sowie die Vernichtung politischer Diversanten, also jener, welche die Grundlagen grüner Machtausübung infrage stellen. Es geht also wieder los. Zweimal innert hundert Jahren marschieren die Deutschen mit wehenden Fahnen in ihren eigenen Untergang und dies mit der Überzeugung, der Menschheit damit einen Dienst zu erweisen. Daran wird deutlich, dass unser Volk tatsächlich gar nichts aus der eigenen Vergangenheit gelernt hat.

 

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Ein Gedanke zu „5 vor 12 – Auf dem Weg in die Ökodiktatur

  1. Ich meine, wenn ich die Politik verfolge, sehe, was sich in unserem Land abspielt, ist es fast 5 nach 12. Wollen wir es nicht begreifen, von jeher hat man alles daran gesetzt, Deutschland zu schaden, zu spalten, abzuschaffen. Kriege wurden initiiert, Deutschland Verträge aufgebürdet, die den Ruin bedeutet hätten. Aber wir sind immer wieder aufgestanden, auch weil wir an uns Deutsche geglaubt hatten. Nun versucht man es wiederholt, nun bin ich aber nicht mehr so optimistisch, da sich das deutsche Volk, durch die Umerziehung , durch die ideologische Verblendung der Altparteien…gewandelt hat. Wenn wir nicht aufpassen, wandelt sich unser Land, unsere Nation, in eine links/ grüne Kloake, auch durch Hilfe der Union, der Gewerkschaft, Kirche, Gutmenschen …

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