Arbeitswelt im Wandel – Sind wir bereit?

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In früheren Zeiten wurden durch unsere Vorfahren eine Menge Berufe ausgeübt, die längst verschwunden sind. Der technische Fortschritt hat sie überflüssig gemacht. Manche Bezeichnungen leben höchstens in Straßen- oder Familiennamen fort. Kaum jemand weiß sie noch zu deuten. In der Rostocker Altstadt gibt es beispielsweise die Lohgerberstraße. Lohgerber fertigten unter Verwendung eines aus Eichenrinde gewonnenen rötlichen Suds, der Lohe, aus Rindshäuten besonders strapazierfähiges Leder. Mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde der langwierige manuelle Gerbprozess durch die Chromgerbung abgelöst: der industrielle Lederarbeiter löste den zünftigen Berufsstand des Lohgerbers ab.

Was vor anderthalb Jahrhunderten die industrielle Revolution war, ist heute die Digitalisierung und zwar mit ähnlichen Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. Wissenschaftler der London School of Economics haben prognostiziert, dass 51 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zu den Verlierern der Digitalisierung gehören werden. Aufgrund des technischen Fortschritts werden ihre Jobs, ja ganze Berufsgruppen über kurz oder lang verschwinden. Wie gehen wir damit um? Ist unsere Gesellschaft, ist unser Bildungswesen darauf vorbereitet? Wenn überhaupt, dann nur unzureichend. Bei einer Untersuchung der europäischen Statistikbehörde Eurostat zu den Computerkenntnissen der Bürger aller EU-Mitgliedsländer im Jahre 2012 landete Deutschland auf dem viertletzten Platz. Noch schlechter waren nur Polen, Bulgarien und Rumänien.

Es wird daher höchste Zeit, dass wir uns von der Aufrechterhaltung überholter Wirtschafts- und Bildungsstrukturen verabschieden. Statt viele Millionen Euro für die Förderung oder Subventionierung nicht mehr zukunftsfähiger Industrien zu vergeuden, sollten wir so viel Geld wie nur möglich in unsere Bürger investieren, um sie auf die Chancen der Digitalisierung bestmöglich vorzubereiten. Wir als AfD wollen nämlich nicht, dass Millionen Menschen in Deutschland zu Opfern des technischen Fortschritts werden. Möglichst jeder soll am Ende ein Gewinner sein!

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