Holodomor mit Ansage – Die Zerstörung der deutschen Wirtschaft

Vor Jahren gab es in einer Rostocker Kneipe mal richtig Ärger. Ich saß mit vier Freunden daselbst zu Tisch beim Bier, als ein paar Antifanten hinzutraten und uns vollzupöbeln begannen. Nach einer kurzen Rauferei warf der Wirt uns einfach hinaus. Darüber war ich doch sehr verärgert, was dazu führte, dass ich bei der heilkräftigen Wirkung irischen Whiskeys schwor, besagte Pinte selbst dann nicht mehr zu betreten, wenn dies dereinst der letzte Ort auf der Welt sein sollte, wo man Alkohol bekäme.

Ich werde meinem heiligen Eid wohl treu bleiben können, denn erstens wird uns der Schnaps andernorts so schnell nicht ausgehen und zweitens wird das Haus Burgwall Nummero 7 und mit jenem die darin befindliche Beiz in Bälde abgerissen. Das hat gedauert. Aber Gottes Mühlen mahlen bekanntlich langsam. In diesem Falle hat vor allem der Schwamm im Keller seine Zeit gebraucht.

An jenes ferne Erlebnis musste ich dieser Tage denken, als ich las, dass unsere Annalena Baerbock, oberste deutsche Diplomatin und Erfinderin der feministischen Außenpolitik, bei einem Besuch im ukrainischen Unglücksort Butcha verkündet hatte, Deutschland werde „für immer“ auf russische Rohstoffe verzichten.

Freilich haben wir uns daran gewöhnt, dass Frau Baerbock hin und wieder seltsame Dinge sagt (Stichwort Tierpanzer), so wie die DDR-Bürger sich damit abgefunden hatten, dass FDGB-Boss Harry Tisch bei öffentlichen Auftritten gerne mal betrunken war und darob vom Volksmund „Cognac-Harry“ getauft wurde. Nun war der SED-Staat nüchtern ohnehin kaum zu ertragen. Aber wenn eine Bundesaußenministerin mal eben dekretiert, man werde „für immer“, also bis zum Jüngsten Tag, auf Rohstoffe aus dem größten Land der Erde verzichten, dann sollte dem Michel schon mal das Likörglas aus der Hand fallen.

Denn was sagt uns die Annalena damit konkret? Vielleicht geht sie davon aus, dass Wladimir Putin für immer leben und ergo Russland weiter regieren wird. In diesem Falle müsste der Westen tatsächlich weil aus Gründen der Gesichtswahrung seine irren Sanktionen gegen Russland bis zum Ende aller Tage aufrecht erhalten. Aber hat Putin nicht angeblich Krebs oder Parkinson oder sonst irgendwas? Lenchen, da stimmt was nicht. Gehen wir mal lieber davon aus, dass der Mann sich früher oder später zu Lenin legen wird.

Dann ist Russland aber noch immer da. Mit einer anderen Regierung, vielleicht so recht nach Annalenas Geschmack und so bunt wie die Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale. Kann man nie wissen. Wer hätte je gedacht, dass wir hier in Deutschland eines Tages von Figuren wie Olaf Scholz, Christine Lambrecht, Nancy Faeser, Robert Habeck, Cem Özdemir und eben dem Annalenachen regiert werden würden? Na, wer? Sie vielleicht? Ich jedenfalls war so besoffen noch nie.

Dennoch ist es passiert. Keine Ahnung, was wir Deutschen verbrochen haben, aber wir haben jetzt die Ampel. Und alldieweil in Putins Reich seit Konfliktausbruch – okay, es ist ein Krieg, Zwinkersmiley – der Wodkakonsum um 25 Prozent emporgeschnellt sein soll, müssen wir auch für die Russische Föderation das Schlimmste befürchten.

Selbst für ein derartiges Szenario, eine Ampel im Kreml, schließt die deutsche Bundesregierung für alle Zeiten aus, jemals wieder Rohstoffe von den Russen zu beziehen. Nun ist das Riesenland keine Kneipe, von denen es noch unzählige andere mit vergleichbarem Getränkeangebot gibt – selbst in einer Stadt wie Rostock. Russland gibt es nur einmal und viele Rohstoffe eben nur dort oder vielleicht eines Tages nur noch dort.

Und dann? Weiß man in Berlin nicht mehr, dass in der Politik nichts „für immer“ ist, dass man seine Konzepte und Strategien ständig neuen, sich verändernden Gegebenheiten anpassen muss? Selbst Genosse Honecker hat nie behauptet, es würde die Berliner Mauer für immer und ewig existieren, stattdessen nur so lange, wie die Gründe bestünden, die zu ihrer Errichtung führten. Für die Sanktionen gegen Russland gilt das laut Baerbock nicht. Braucht die Frau wirklich Nachhilfe von Erich?

Der Wirt in Rostock, der uns damals aus seinem Bumslokal geworfen hatte, war tatsächlich dumm, denn er verlor dauerhaft ein paar wirklich gute Kunden. Annalena Baerbock und ihre Truppenteile freilich sind keineswegs dumm. Sie wissen genau, was sie wollen und setzen es gnadenlos um. Man sollte diese Leute bloß nicht unterschätzen.

Ich habe stets betont, wie wichtig es ist, sich anzuschauen, in welchem Milieu die politische Nomenklatura unserer Zeit sozialisiert wurde. Die allermeisten Akteure der in Deutschland aktuell herrschenden Parteien waren einst bekennende Kommunisten, Maoisten und Stalinisten oder wurden von solchen herangezogen. Bundeskanzler Scholz hielt sich in den 1980er Jahren sogar mindestens neunmal in der DDR auf, wurde dort von SED und FDJ regelrecht ausgebildet.

Keine Ahnung, was Putin mit Russland vorhat. Das ehedem der Deutschen Land ist jedenfalls gerade dabei, einen weiteren Anlauf zu nehmen für die Umsetzung des marxistisch-leninistischen Gesellschaftsexperiments. Die Kugel rollt bereits auf die Kegel zu, gemäß Lenins Diktum: „Man kann nichts Neues schaffen, ohne das Alte vorher zu vernichten.“

Im Jahre 1917 war die Stunde günstig. Der 1. Weltkrieg hatte das Zarenreich an den Rand des Abgrunds geführt. Der bolschewistische Leviathan konnte übernehmen. Ebenso 1945 dort, wo kurz darauf die DDR installiert wurde. Der 2. Weltkrieg hatte den Boden bereitet, umgepflügt – das Alte stand einmal mehr zur Disposition und wurde von den Kommunisten innert kurzem gänzlich fortgefegt. Die geistigen Erben dieser epochalen Umbrüche stehen indessen wieder Gewehr bei Fuß, was man angesichts ihrer blutgetränkten Vorgeschichte durchaus wörtlich nehmen sollte.

Doch anders als Herr Uljanow und seine Bolschewiki sowie später die Gruppe Ulbricht in der Sowjetzone übernehmen die Annaleninisten unserer Zeit kein zerstörtes Reich, das sie quasi aus dem Standgericht heraus neu möblieren können, ohne sich mit den Hinterlassenschaften der Vorbewohner unnötig plagen zu müssen. Deutschland ist immer noch ein leidlich funktionierender demokratischer Rechtsstaat mit einer irgendwie noch immer und seltsamerweise recht leistungsfähigen Wirtschaft.

Für einen kommunistischen Umsturz, der, wie Molotow es einst ausdrückte, „eine Schneise ins Weltdickicht schlagen will“, wo „nichts vorankommt ohne Opfer“, sind das denkbar ungünstige Voraussetzungen. Also muss nachgeholfen werden. Das war übrigens auch der Sinn des Holodomor in der Ukraine 1932/33. Der wackere Bauernstand wollte nicht so, wie die Kommunisten um Stalin wollten. Also wurde eine Hungersnot mit Vorsatz buchstäblich ins Werk gesetzt, bis dahin die größte Hungerkatastrophe aller Zeiten mit insgesamt rund 14 Millionen Todesopfern.

Danach gab es keinen Bauernstand mehr. Auf den Leichenbergen der absichtsvoll in den Hungertod getriebenen Landbevölkerung konnte dann die kollektivistische Agrarwirtschaft mit ihren Kolchosen errichtet werden. Kreative Zerstörung nennt Klaus Schwab so etwas wohl in seinem kaum überbietbaren Zynismus.

Wenn wir nun sehen, wie mit „für immer“ keine russischen Rohstoffe mehr importieren, absurden Sanktionen und selbstmörderischen Embargos die deutsche Wirtschaft zerstört und das deutsche Volk ins Elend getrieben wird, bedarf es nur eines Blickes in die Geschichte kommunistischer Großversuche, um zu begreifen, wofür und wozu das alles gut sein soll.

Stalin machte für seinen Holodomor die extra für diesen Zweck erfundenen Kulaken verantwortlich. Olaf Scholz und seine Kamarilla werden ihr eigenes Vernichtungswerk kurzerhand Wladimir Putin und dessen angeblicher Fünften Kolonne in Deutschland in die Schuhe schieben. Wer auch immer am Krieg in der Ukraine in letzter Instanz die Schuld trägt, spielt für uns einstweilen nur eine untergeordnete Rolle. Fakt ist, etwas besseres hätte den Machthabern in Deutschland gar nicht passieren können. Was unter dem Etikett des Klimaschutzes Jahrzehnte gedauert hätte, lässt sich vor dem Hintergrund des Krieges im Osten nun in wenigen Monaten bewerkstelligen: die Zertrümmerung der deutschen Wirtschaft und des auf dieser basierenden Wohlstandes.

Wenn schließlich alles platt gemacht worden ist, der „Great Reset“ vollzogen, dann werden sie kommen und uns den Kommunismus als ultimative Rettung von dem von ihnen selbst verursachten Unheil verkaufen. Sie werden uns wieder das Paradies versprechen, auf das wir erwachen in der Hölle auf Erden.

Gerne können Sie Ihre persönliche Meinung mit den anderen Lesern teilen. Nutzen Sie dazu bitte die Kommentarfunktion.

Aufklärungs- und Bildungsarbeit kostet Zeit und Geld. Vielen Dank für Ihre Unterstützung durch eine Spende!




Teilen Sie diesen Beitrag:

1 Kommentar zu „Holodomor mit Ansage – Die Zerstörung der deutschen Wirtschaft“

  1. Dr. Horst Grünwoldt

    Holger, wie kann es kommen, dass in M-V aktuell Backmehl rationiert wurde? – – – Haben wir hier und in der Magdeburger Förde und in Westfalen nicht die Kornkammer Mitteleuropas?
    Wurde etwa nach den Weizen-Rekordernten 2018-21 die Ernte zum doppelten Preis nach Rußland exportiert? . . .
    Seit wann sind wir auf Korn aus der Ukraine angewiesen? – – –
    Nichts gegen unsere Frauen und Mütter – die Stärke unserer deutschen Nation global anerkannt! Nicht nur die schönen, echten Blonden!! Was aber können die als militärisch Ungediente zu strategischen (kriegskünstlerischen) Vorhaben in irgendeinem Land/Staat der Welt Bedeutsames sagen, oder auch nur empfehlen ; so z.B. die „Verteidigungs- (Kriegs?-) Ministerin Lambrecht, oder die forsche Ungediente Militär-Expertin Strack-Zimmermann u.a. Frauen o. Mütter?
    Wer Offensivwaffen (Kampfpanzer und Haubitzen) in die Ukraine liefern will, muß ziemlich verrückt sein, wenn er nicht bedenkt, dass die gegen die russische Übermacht eingesetzt, zur restlosen Verwüstung der osteuropäischen Kornkammer führen muß! Was die „Freischärler“- Armee der Ukraine mit ihren Patrioten militärisch braucht, sind bewegliche Allrad-Motschützen-Fahrzeuge, panzerbrechende Handraketen, und Infanterie-Ausrüstung- alles um auf Guerilla-Art Nadelstiche gegen die russ. Aggressoren bis zum Überdruß zu führen.
    Und die Frauen und Kinder dürfen nicht in´s deutsche Sozialsystem flüchten, sondern zu Hause Deckung und Unterkunft für die Kämpfer bieten . . .
    Seit meiner Polen/ Pommern und Ostpreußen-Reise 2020 konnte ich für die dreisten poln. Ukrainer und unfreundlichen Polen keine Sympathie entwickeln. (Denk nur mal an den ukrainischen Botschafter in Berlin, den Herrn Melnyk oder den bettelnden Staatspräsidenten und Kabarettisten Selynski)
    Was unsere Wirtschafskrise anbelangt, so ist die nicht wg. „Corona“ (ein Husten- und Schnupfen-Virus) entstanden, sondern wg. der aberwitzigen „Lockdown“- und „Shutdown“-Maßnahmen! Das sage ich als Seuchenexperte nach ü 40 Berufsjahren in D und Westafrika, der den Abgang von Drosten vorausgesagt hat, und in einem schriftlichen Antikorona-Kampf die fake-News-Zahlen meines Kollegen Wieler enttarnt hat. Schlußendlich per Zustellungsurkunde, auch an die „Leopoldina“ in Halle/Sachsen. Das ist leider über die „freie“ und „unabhängige“ Presse noch nicht öffentlich geworden. . .
    Dr. Horst Grünwoldt, Jg. 1945 (bis zu meiner DDR-Ostseeflucht 1966, NVA- Motschützen-Reservist), Rostock

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.