Karl Lauterbach ist der Axel Stoll des neuen Kabinetts

Wer kennt eigentlich noch Axel Stoll? Vielleicht beginnen wir am besten mit einer kurzen Vorstellung. Der im Sommer 2014 verstorbene “promovierte Naturwissenschaftler” gelangte in den letzten Jahren seines irdischen Lebens zu einiger Berühmtheit, nachdem die Videomitschnitte seiner “Neuschwabenlandtreffen” im Internet viral gegangen waren (einfach mal auf YouTube gucken).

Regelmäßig trafen sich seinerzeit allerlei wunderliche Zeitgenossen in einer Berliner Kneipe und lauschten Dr. Stolls endlosen Vorträgen über “wahre Physik”, “freie Energie”, mutmaßlich unterdrücktes Wissen bezüglich der “Hochtechnologie des Dritten Reiches” und so unbetreitbare Tatsachen wie jene, dass die Sonne kalt sei und sich auf der Rückseite des Mondes “reichsdeutsche Basen” mit den berühmten Flugscheiben befänden. Mit einer solchen sei Nikola Tesla bereits in den 1930er Jahren innert weniger Stunden zum Pluto geflogen, um Gesteinsproben zu entnehmen.

Seine Kenntnisse hätte er aus Kreisen des noch immer im Verborgenen agierenden Templerordens bezogen, von Außerirdischen aus dem Planetensystem Aldebaran sowie von dem berüchtigten SS-Ingenieur Hans Kammler höchst persönlich, der sein Wirken nach Kriegsende in der DDR fortgesetzt habe und zwar an eben jenem Institut, an dem er, Axel Stoll, einst studierte.

Vor allem die Art des Vortrages mit stets wiederkehrenden Floskeln wie “Muss man wissen!” oder “Wer hat’s gewusst? Wieder keiner!” verliehen den Auftritten Stolls eine unfreiwillige Komik, wodurch sich die Videos zu einem Internet-Phänomen entwickelten. Seine wilden Behauptungen und den gläubigen Beifall der anwesenden Zuhörer nahm die Öffentlichkeit weniger als verschwörungstheoretische Zumutungen auf, sondern vielmehr als bizarre Realsatire. Am Ende wurde der hagere Mann mit den strähnigen Haaren sogar noch Gegenstand mehrerer Dokumentarfilme.

Als ich gestern erfuhr, dass der promovierte Mediziner Karl Lauterbach zum nächsten Bundesgesundheitsminister auserkoren wurde, musste ich unwillkürlich an Axel Stoll denken. Letzterer hätte hervorragend in das neue Kabinett gepasst. Da bin ich mir ganz sicher. Seine Ideenwelt hatte mit der Wirklichkeit nämlich genauso viel zu tun wie Annalena Baerbocks Vorstellungen von Außenpolitik. Die Beiden hätten trefflich darüber diskutieren können, wie man mit Hilfe von Reichsflugscheiben die Diktatoren dieser Welt in die Knie zwingt. Und Robert Habeck wäre zweifellos dankbar für jeden Tipp, wie man mit geheimem Templerwissen das Klima retten könnte. Leider ist Axel Stoll schon vor sieben Jahren in Richtung Aldebaran entschwebt und alles, was von ihm bleibt, sind ein paar verwackelte Videos aus einem Berliner Chinarestaurant.

Aber da ist ja noch Karl Lauterbach als eine Art Reinkarnation des Axel Stoll. Die Frisur passt schon mal. Dazu der stets etwas wirre Blick und diese Attitüde von “Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst”. Die wahre Medizin sozusagen, vielleicht sogar vom Aldebaran. Auf jeden Fall geht die Welt bald unter. Lauterbachs durchaus komischen Auftritte haben ihm – wie auch beim großen Vorbild – eine wachsende Fangemeinde im Internet eingebracht, bei der man freilich nicht so recht weiß, ob der Zuspruch ernst gemeint ist oder ihn nur glauben machen soll, er hätte tatsächlich so viele Aficionados im Volk.

Es heißt ja, dass Olaf Scholz seinen Parteigenossen mit der näselnden Stimme zum Gesundheitsminister berufen habe, weil sich die Bürger das gewünscht hätten. Wahrscheinlich deswegen auch die Bekanntgabe des “Knallers” (Bild) am Nikolaustag. Der Schmeichlerchor im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wusste das schon lange und besang Lauterbach seit Wochen als “Gesundheitsminister der Herzen”. Ach, würde Axel Stoll noch leben. Im Internet wäre er sicher so schnell zum Bildungsminister der Herzen aufgestiegen wie eine Reichsflugscheibe zur kalten Sonne.

Geschenkt! Auch mit einem Lauterbach und all den anderen Knallchargen der Ampel wird sich Deutschland ohne Umwege und endgültig ins Metaversum der politischen Realsatire verabschieden. Neuschwabenlandtreffen ab jetzt wöchentlich im Bundeskanzleramt. Auf Twitter schrieb eine Userin nach der Ausrufung Lauterbachs zum neuen Reichsgesundheitsführer was man eben so schreibt, wenn eine neue Zeit anbricht: “Habe das Gefühl, dass es endlich wieder gut werden könnte.” Sicher, auch die Steinzeitmenschen waren irgendwie glückliche Wesen. Vor allem, wenn Besuch kam vom Aldebaran. Muss man wissen!

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1 Kommentar zu „Karl Lauterbach ist der Axel Stoll des neuen Kabinetts“

  1. Dr. Horst Grünwoldt

    Holger, die verwirrenden, mit Gesten wegwischenden Äußerungen des K.L. (SPD-Epidemiologe/ gr. über dem Volk Stehender) konnte ich mir als Hygieniker nie zu eigen machen!
    Der fehlt uns jetzt wirklich noch zur Fortsetzung der “Coronakrise” mit all ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Schäden durch “Lockdowns”!! – – –
    Habe mir heute aus der OZ / Politik das bemerkenswerte Foto ausgeschnitten unter meinem Titel “Da haben wir was(?) zu erwarten” mit den 3 selbstgefälligen Grünen-Ressortexperten) auf der rechten Seite. (auf der linken sehen wir die bürgerliche Mitte im regierungsamtlichen dresscode).
    In der Tradition fortgesetzt wird die Schwäche deutscher Außenpolitiker(in) zur Nicht-Wahrnehmung nationaler Interessen (Diplomatie mit unserem Scheckbuch) . .Dass Philosophen auch das Wirtschaften gelingt, ist mir völlig neu!

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