Leben in schweren Zeiten (Teil 3) – Netzwerke aufbauen

In der DDR kannte man die Wichtigkeit guter Vernetzung bereits, als das Wort eher noch mit Fischerei assoziiert wurde, von dem Anglizismus “Networking” ganz zu schweigen. Wir sprachen stattdessen von Vitamin B – B wie Beziehungen. Und die musste man haben, wollte man trotz des allgegenwärtigen Mangels zu etwas kommen.

Unser Großvater war ein Meister des Netzwerkens. Egal, ob es um die Besorgung von Spargeln ging oder um Autoersatzteile, er kannte für so ziemlich alles einen passenden Lieferanten. Das war umso wichtiger, als wir über keine nennenswerte Westverwandschaft verfügten. Und meine Eltern hatten im Zug mal ein Ehepaar aus Thüringen kennengelernt, dem sie später dann einen Ferienbungalow in Warnemünde besorgten. Im Gegenzug kam ich 1987 so zu meinem ersten Besuch in Weimar.

Heute ist Netzwerken allenthalben wichtiger denn je. Zwar herrscht im Einzelhandel derzeit noch kein erkennbarer Mangel und auch an Urlaubsunterkünfte gelangt man recht leicht. Mag sein, dass sich das bald ändert und auch Deutschland wieder von Notsituationen heimgesucht wird, die wir nur aus den Lebenserinnerungen unserer Altvorderen kennen: Hyperinflation, Massenarbeitslosigkeit, Bürgerkrieg und Hunger.

Damit es soweit möglichst gar nicht kommt, braucht es politischen Widerstand. Wirkungsvoller Widerstand kann nur aus einer Mobilisierung großer Volksmassen heraus erwachsen. Das wiederum erfordert kleinteilige Graswurzelarbeit am Bürger, mithin also informieren, aufklären und mobilisieren. Damit aus einer amorphen Menge unzufriedener Menschen eine geschlossene Widerstandsbewegung wird, müssen wir uns freilich vernetzen.

Dazu benötigt man keine Parteien. Die AfD mag sich daran versuchen, über die parlamentarische Oppositionsarbeit etwas zu verändern. Sie wird leider scheitern, denn unser politisches System ist so konstruiert, dass tiefgreifende Reformen aus dem Apparat heraus komplett unmöglich sind. Die Macht der Straße zu wecken und hinter sich zu bringen, hat die AfD bis anhin versäumt. Das macht aber auch nichts. Sachsen zeigt aktuell wieder einmal, dass es für landesweiten machtvollen Widerstand gegen die Regierenden keine Partei braucht.

Merke: Vernetzung ist wichtiger als Parteimitgliedschaften!

Vernetzung nimmt einem das verunsichernde Gefühl, mit der eigenen Haltung allein zu sein. Schnell wird man merken, dass es sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft Gleichgesinnte gibt. Ferner dient eine gute Vernetzung dem Austausch von Informationen und Wissen.

Nicht zuletzt kann Vernetzung durchaus auch die eigene Existenz sichern helfen. Wer im “besten Deutschland aller Zeiten” eine widerständige Haltung zeigt, sich als Dissident, als Oppositioneller outet, muss damit rechnen, dass die Herrschenden und ihre Fußtruppen dessen soziale und wirtschaftliche Existenz zu vernichten trachten. Plötzlich verliert man seine Arbeit, kündigt die Bank das Konto usw. In einer solchen Situation ist es gut, über ein großes Netzwerk von Mitstreitern zu verfügen, die im Notfall helfen können.

Vernetzung funktioniert wie ein Schneeballeffekt im positiven Sinne. Jeder Gleichgesinnte, den man kennenlernt, führt zu neuen Bekanntschaften und durch jene wiederum trifft man weitere potentielle Gefährten. Ein Selbstläufer, wenn wir so wollen, bei dem es nur darauf ankommt, dass wir den entscheidenden ersten Schritt tun.

Die Archillesverse heutiger Netzwerke bleibt einstweilen freilich die totale Abhängigkeit von den Sozialen Medien. Twitter, Facebook, Instagram und YouTube sind längst keine Orte des freien Meinungsaustausches mehr. Sie gehören zum digital-finanziellen Komplex und der wiederum ist Teil des Tiefen Staates, also jener konspirativen Verflechtung von Militär, Geheimdiensten, Politik, Justiz, Verwaltung, Linksextremismus und organisiertem Verbrechen.

Es gilt folglich, Netzwerke aufzubauen, die ohne Internet funktionieren, deren Kommunikation im Notfall auch analog ablaufen kann. In Zeiten einer totalen Überwachung des Internets ist das auch sicherer. Schauen wir spaßeshalber mal in unsere Kontaktlisten und überprüfen, mit wie vielen unserer Bekannten wir auch dann noch problemlos in Verbindung treten könnten, wenn Smartphone und Computer plötzlich weg wären.

Es ist fürwahr erschreckend, wie abhängig wir inzwischen vom Internet und den dieses beherrschenden Konzernen sind. Doch kann man durchaus gegensteuern. Dereinst wird sich die Mühe lohnen!

Noch bis Anfang des neuen Jahrtausends nutzte ich ein kleines blaues Büchlein, indem ich von jedem meiner Bekannten die Wohnanschrift samt Telefonnummer notiert hatte. Niemand außer mir kannte den Inhalt dieses privaten Adressverzeichnisses. Heute wissen nebenher noch eine Menge anderer Leute, mit wem ich so Kontakt pflege. Wofür die Stasi mit ihren Spitzeln einst mühsam arbeiten musste, ist heutzutage für den Staat frei zugängliches Wissen.

Speichern wir sensible Daten ergo wieder analog. Ferner bin ich davon überzeugt, dass auch unsere netzwerkinterne Kommunikation früher oder später wieder analog erfolgen muss und wird, um der staatlichen Überwachung ein Schnippchen zu schlagen. Das manuelle Aufdampfen von Briefen dürften Verfassungsschutz, BND & Co. längst verlernt haben. Zu einem funktionierenden Netzwerk gehört also auch eine analoge Meldekette, über die wir unsere Kassiber innerhalb desselben verbreiten können. Der gute, alte Brief wird eines nahen Tages wieder Konjunktur haben. Wetten, dass …?

Nichts geht natürlich über den direkten persönlichen Kontakt. Idealerweise besteht das große oppositionelle Netzwerk aus kleinen und überschaubaren Widerstandsgruppen. Eine dezentrale Organisation mit flachen Strukturen erschwert die Infiltrierung durch Spitzel oder Agents Provocateurs. Treffen sollten idealerweise stets an unterschiedlichen Orten stattfinden, um keine unerwünschte Aufmerksamkeit zu erregen. Lesen Sie einfach mal Bücher über die politische Untergrundarbeit im Dritten Reich und im kommunistischen Ostblock. Diese Erfahrungen werden uns früher oder später nützlich sein.

Sie betrachten das als überdrehte Hirngespinste? Ich wollte, es wäre so. Freilich zeigt uns die aktuelle Entwicklung rund um Corona, wie schnell Situationen eintreten, die wir noch vor Jahresfrist für spinnerte Verschwörungstheorien hielten. Es kommt darauf an, sich jetzt darauf vorzubereiten. Sobald das diesem Beitrag zugrunde gelegte Szenario erst mal Realität geworden ist, wird es ungleich schwerer, wenn nicht sogar unmöglich sein, darauf entsprechend zu reagieren. Dann ist es zu spät.

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1 Kommentar zu „Leben in schweren Zeiten (Teil 3) – Netzwerke aufbauen“

  1. Interessanter Beitrag!!
    Vor der BTW hatte ich vorhergesagt, dass Linksgruen Ausreisebeschraenkungen einfuehren wird (mehr als 100.000 zumeist gut verdienende und hoch qualifizierte Deutsche haben in den letzten Jahren das Land verlassen, und mehr sitzen auf gepackten Koffern). Die echte Elite (= Nettosteuerzahler!) zieht also schon die Konsequenzen.
    Und siehe da – aus dem “Ethikrat” kommt die erste Stimme, die genau das fordert, wie PP gestern gemeldet hat!
    Wir erinnern uns – wer unter Hitler die Zeichen der Zeit erkannt hatte, war vor Kriegsausbruch weg, der Rest kam ins KZ. Der Exodus aus der DDR nahm vor dem Mauerbau derart zu, dass Ulbricht (der ja keine Absicht hatte…) die Mauer gebaut hat.
    Das Land zu verlassen war auch fuer mich eine Art des Widerstands – ich zahle Steuern und Sozialabgaben als Selbstaendiger nunmehr in meinem Gastland und spare nicht nur mehr als 37.000 EUR p.a. bei gleichem Brutto, sondern enthalte dem sich anbahnenden Oekofaschismus in Buntland einen noch groesseren Betrag vor.

    Konkret zu den im Text genannten Massnahmen – der Autor hat leider nicht bedacht, dass das Festnetz digitalisiert wurde, was nicht nur dazu fuehrt, dass bei Stromausfall auch die Notrufnummer ausfallen, sondern dass gezielt einzelne Nummern oder grossflaechig Anschluesse “nicht erreichbar” sein koennen.
    Briefpost schoen und gut (auch ich sehe eine Renaissance selbiger), aber neben derzeitigen echten Problemen (lange Laufzeiten, Unzuverlaessigkeit) hat die Deutsche Post auch hier vorgebaut – durch Einfuehrung eines “Briefankuendigungs-Service”. Bereits heute koennen in den Briefzentren der DPAG *alle* Sendungen in den Sortieranlagen optisch eingescannt werden… Und die Verordnungen, dass private Nachrichten nur auf Postkarten zulaessig sind, haben in Buntland auch Tradition…. Wer an die gute alte Briefpost denkt, sollte auch diese Details im Hinterkopf behalten…

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