Merkel muss weg! Und dann?

Plötzlich dreht sich der Wind. Auf einmal liest man in den etablierten Medien Kolumnen, für die einer vor Wochenfrist noch den politisch-korrekten Lynchmob vor der Tür gehabt hätte. Auf Welt-Online schreibt deren Chefredaktor Ulf Poschardt einen regierungskritischen Kommentar in der Art, wie ich das zuletzt im Wendeherbst 1989 gelesen habe, als die eben noch linientreue Parteipresse plötzlich über das eigene Regime herfiel und sich gar nicht schnell genug von dessen Politik distanzieren konnte. Sei es drum und geschenkt. Befreiend wirkt das allemal.

Angela Merkels Herrschaft wankt vernehmlich. Das Kartenhaus der Macht erzittert unter all der Inkompetenz, Prinzipienlosigkeit, Korruption und Dummheit. Inzwischen scheint es sogar möglich, dass die „Wissenschaftskanzlerin“ den Frühling politisch nicht mehr überlebt. Von Vertrauensfrage ist die Rede, nachdem sie ihren Nerobefehl für Ostern zurücknehmen und sich überdies öffentlich entschuldigen musste. Ein tiefer Sturz kündigt sich an. Doch was bleibt und vor allem, was kommt, wenn Merkel (endlich) weg ist?

Die freilich selbstverschuldete Erniedrigung der Kanzlerin wird seitens der mehrheitlich linksgrünen Medien forciert, um allenthalben eine Wechselstimmung im Volke zu erzeugen. Erinnerungen werden wach an die Endphase der Regierung Kohl 1998. Aus einer legendären Wutrede des italienischen Fußballtrainers Trapattoni zitierend, plakatierte die SPD seinerzeit Bilder des Pfälzers mit dem Satz „Ich habe fertig!“ und eine Satirezeitschrift titelte „Kohl ist schwach wie eine Flasche leer“. Dann kam tatsächlich Rot-Grün und das Lachen ist vielen vergangen.

Drum sollte die AfD sich nicht zu früh freuen, denn der eigentliche Verlierer der Geschichte wird nach Stand der Dinge eben jene Alternative für Deutschland sein. Zuvorderst die Grünen verstehen es nämlich nachgerade vortrefflich, die Sehnsucht der Bürger nach Veränderungen aufzugreifen und sich nutzbar zu machen, freilich ohne ihre wahren Ziele allzu sehr in den Vordergrund zu rücken. Und leider ist es nach 16 Jahren Merkel viel zu vielen Leuten völlig wumpe, was danach kommt, Hauptsache die Schmerzen hören endlich auf.

Die AfD ist nicht nur zerstritten und personell bedrohlich blutarm, sie hat die erheblichen Ressourcen der letzten Jahre nicht zu nutzen verstanden, um sich auf das vorzubereiten, was sie doch immer wollte: Merkel muss weg und Merkel ist nun bald weg und die AfD einstweilen völlig unvorbereitet auf diese einmalige historische Chance. Anstatt die Wechselstimmung im Volke auf sich zu lenken, hat die AfD es zweit- und drittklassigen Politamateuren in Bund und Ländern gestattet, die Partei mit allem möglichen zu beschäftigen, nur nicht mit der Frage: Sind wir bereit für das nahende Ende der Ära Merkel?

Das ist sie nicht. Und darum kommt im Herbst mit größter Wahrscheinlichkeit Grün-Rot-Rot oder Grün-Rot-Gelb und wird alles potenzieren, was Deutschland bis anhin schon an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Es wird noch mehr Staat und Bürokratie geben (obwohl die es nicht können, wie Corona einmal mehr gezeigt hat), es wird noch mehr Bevormundung, noch weniger Demokratie, noch mehr Außerkraftsetzung der Grundrechte, noch mehr Wirtschaftsfeindlichkeit, noch höhere Steuern und Abgaben, noch mehr Sozialismus und also unterm Strich noch mehr Elend für alle geben. Profitieren werden allein jene NGO‘s, Kultur- und Medienschaffenden, parasitären Elemente und Handlanger der herrschenden Politik, die zu allen Zeiten das Rückgrat einer jeden totalitären Herrschaft waren.

Aber vielleicht kommt alles ganz anders und die AfD hat doch noch irgendwo ein Strategiepapier in der Schublade, worin zu lesen ist, was aus ihrer Sicht kommen soll, wenn Merkel eines Tages wirklich weg ist. Spes ultima moriatur – Die Hoffnung stirbt zuletzt.

KLaus

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