Von der Doberaner Straße 21 nach Brüssel – Die nationalsozialistischen Wurzeln der Europäischen Union

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Datum/Zeit
Date(s) - 22/01/2020
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort
Torhaus Güstrow

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Wer die EU besser verstehen will, der sollte ihre Geschichte kennen. Die begann nicht 1951 mit der sogenannten Montanunion, sondern reicht zurück bis zu einem kalten Winterabend Ende Januar 1939 in Rostock, Doberaner Straße 21. Im neugotischen Ambiente des „Mahn & Ohlerich Keller“ (heute Peter-Weiss-Haus) skizziert Walter Hallstein, seit drei Jahren amtierender Dekan der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock, am Beispiel Österreichs und des Sudetenlandes seine Vorstellungen von einer europaweiten Vereinheitlichung des Rechts im Rahmen der von den Nazis angestrebten Neuordnung des Kontinents. Dem Professor und langjährigen NSDAP-Mitglied lauschen hochrangige Vertreter der lokalen Politik, des akademischen Lebens und der Wehrmacht. Die Presse berichtet von „lebhaftem Beifall“. Neunzehn Jahre später ist der Nationalsozialist Hallstein Gründungspräsident der Europäischen Kommission und somit erster Chef der wenige Monate zuvor entstandenen EWG, dem Vorläufer der heutigen EU. Nicht nur personell, sondern auch ideell wurde die sogenannte europäische Einigung von Beginn an durch Leute betrieben, deren politische Sozialisation in den Denkfabriken des Dritten Reiches erfolgte. Diese Wurzeln der EU in den Großraumplanungen der Nazis will der Vortrag aufzeigen und zwar 81 Jahre nach Hallsteins Rede in Rostock.

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