Skandal: Luca-App nutzt generisches Maskulinum

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Die Luca-App nutzt das generische Maskulinum, weil es praktischer sei. Wenn das Schule macht, ist die Gendersprache bald tot.

Nun bin ich doch etwas irritiert. Gerade erst am Donnerstag mussten wir freiheitlichen Patriot*innen uns im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern anhören, wie zutiefst diskriminierend das generische Maskulinum sei, also die geschlechtsneutrale Verwendung männlicher Substantive und Pronomen. Frauen würden dabei nicht mitgesprochen, allerhöchstens nur mitgedacht. Wer sich zum Beispiel an „die Bürger“ oder „die Zuschauer“ wende, könnte damit vielleicht nur die Männer meinen.

Ergo nun die gendergerechte Sprache, vor deren Einführung Sozialministerin Drese (SPD) stets das Gefühl gehabt haben will, gar nicht zu existieren. So jedenfalls drückte sie sich im Plenum mit empörungsschwerer Stimme aus, weil die AfD-Fraktion einen Antrag eingebracht hatte, der auf die Abschaffung der gendergerechten Sprache und eine Rückkehr zum generischen Maskulinum hinauslief – auch weil es praktischer wäre. Prompt wurde ihr seitens Landesregierung und Blockparteien vorgeworfen, die Frauen zurück an den Herd verbannen, reaktionäre und vorgestrige Rollenbilder verteidigen zu wollen.

Ja, so sind sie, die Herren von der AfD. Und stehen damit nicht allein! Mit großem Brimborium hat das Land Mecklenburg-Vorpommern nämlich unlängst die Lizenz für die berühmte Luca-App erworben, dafür fast eine halbe Million Tacken hingeblättert. Und was steht in den Nutzungsbedingungen eben jener App, die bei den progressiven Kräften im Landtag wahre Begeisterungsstürme ausgelöst hat? Das hier: „Aus Gründen der Praktikabilität wird in diesen Nutzungsbedingungen auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher, männlicher und diverser Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet.“

Es verschlägt einem fast die Sprache! Ist Smudo etwa auch rechts, sympathisiert heimlich gar mit … Nein, das wäre einfach zu ungeheuerlich. So schlecht kann die Welt nicht sein. Oder vielleicht doch? Immerhin gelangt das generische Maskulinum, welches der AfD so sehr am Herzen liegt, über diese App auf Kosten der Steuerzahler*innen in sämtliche Haushalte und keinigen (nichtbinäres Dativ) ist das bis jetzt aufgefallen! Nicht einmal dem Verfassungsschutz. Frau Schwesig, diese subversive App gefährdet alles, wofür Frauenrechtler*innen jahrzehntelang gekämpft haben. Sie muss sofort verboten werden. Handeln Sie jetzt!

HHlo

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