Meine Weihnachtsbotschaft 2020

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Liebe Freunde und Mitstreiter in nah und fern!

In diesen Tagen der Verunsicherung und Ratlosigkeit angesichts noch vor Jahresfrist für unmöglich gehaltener Geschehnisse habe ich lange überlegt, welches Thema ich für meine Weihnachtsbotschaft 2020 wählen könnte. Also schaute ich mir einige historische Ansprachen deutscher Bundespräsidenten an und bin bei jener des Richard von Weizsäcker aus dem Dezember 1985 hängen geblieben.

Diese Weihnachtsansprache ist schon deshalb speziell, weil von Weizsäcker sie nutzt, um im Jahre 40 nach Ende des 2. Weltkrieges eine Begnadigung des damals 92-jährigen NS-Kriegsverbrechers Rudolf Hess ins Gespräch zu bringen, begründet mit dem russischen Sprichwort „Gnade ist die Stütze der Gerechtigkeit“. Heute und zwar wenige Wochen vor unserem diesjährigen Weihnachtsfest kündigte die deutsche Justiz an, eine eben erst aus der Haft entlassene Greisin von ebenfalls 92 Jahren erneut ins Gefängnis stecken zu wollen – wegen angeblicher Volksverhetzung.

Von Weizsäcker ist lange her! Dem ging es freilich nicht um eine Relativierung zurecht bestrafter Verfehlungen. Doch der 6. Bundespräsident wusste auch: „Barmherzigkeit würde das Urteil über begangene Untaten nicht aufheben, sondern nur noch bekräftigen.“ Sehr viel bedeutsamer scheint mir jedoch eine andere Feststellung aus von Weizsäckers vor dreieinhalb Jahrzehnten, mitten noch im Kalten Kriege, gehaltener Fernsehansprache zum Christfest: „Die Weihnachtsbotschaft stützt sich nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen, auf Hoffnung und Liebe.“ Das wiederum erinnert an Papst Johannes Paul II., der zum Beginn seines Pontifikats im Oktober 1978 den Gläubigen zurief: Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!“

Indes leben wir in einer Zeit, die allenthalben von Angst, Panik, ja Hysterie nachgerade erfüllt ist – Hysterie in Bezug auf den Klimawandel, Panik wegen einer noch immer nicht restlos ergründeten Krankheit und Angst vor einer politischen Bewegung, die nichts anderes sein will, als ein Korrektiv zur herrschenden Politik. Für alles das gibt es keinen Grund. Umso verwerflicher und verantwortungsloser ist es, wenn derlei Furcht von den Regierenden aus machtpolitischen Erwägungen und ideologischem Kalkül heraus bewusst geschürt wird, um Kritik moralisch zu diskreditieren, zu delegitimieren und am Ende zu ersticken.

Das gilt auch für das unentwegt genährte Bedrohungsgefühl gegenüber unseren russischen Nachbarn. Vor einigen Tagen habe ich ein Video mit einer Weihnachtsgeschichte veröffentlicht, die von der Begegnung einer alten Russin mit deutschen Kriegsgefangenen im 1. Weltkrieg handelt. Gerade wir Deutschen sollten dankbar sein für die Versöhnung mit den Völkern Osteuropas und nicht zulassen, dass fürderhin neuer Hass die Oberhand gewinnt, der nur einigen wenigen skrupellosen Akteuren nutzt, doch vielen Millionen Menschen lediglich schadet.

Jesus Christus, der in jener Heiligen Nacht geboren wurde, hat seinerseits nie Angst und Schrecken verbreitet. Warum auch? Denn deren Negierung in Menschengestalt, die Hoffnung auf Gottes Gnade, mithin auf Erlösung war ja durch ihn selbst auf die Erde gekommen. Das erfuhren bereits die nahe Betlehem lagernden Hirten, als ein Engel zu ihnen sprach: „Fürchtet euch nicht! Seht, ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids der Heiland geboren, der Christus der Herr ist.“ (Lukas 2:10,11)

Diese Verheißung gilt für alle Zeiten und also auch heute. Drum leugnen wir die freilich sehr großen Herausforderungen unserer Tage keineswegs, sondern freuen uns darüber, dass es berechtigte Hoffnung gibt, im Vertrauen auf Gott eben jene erfolgreich zu meistern. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest 2020, verbunden mit der herzlichen Bitte um Unterstützung meines Hilfsprojektes für die notleidenden Christen in der armenischen Krisenregion Bergkarabach. Gott segne Euch, Sie und uns alle!

 

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