Nach Seitenwechseln in Bürgerschaft: Gemäßigt heißt häufig auch beliebig

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Die Lieblinge des linkseinheitlichen Medienkartells innerhalb der AfD sind die sogenannten „Gemäßigten“. So wird im Falles des umschwärmten Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm, der auch als einer von zwei Sprechern des AfD-Landesverbandes MV amtiert, seitens der Presse nie vergessen, ihn als „gemäßigt“ auszuweisen. Gleiches gilt neuerdings auch für Nikolaus Kramer, den Chef der Schweriner Landtagsfraktion. Vom politischen Gegner und dessen Sprachrohren als „gemäßigt“ gelobt zu werden, sollte einem freilich Sorgen machen, denn schon August Bebel wusste: „Wenn deine Feinde dich loben, hast du etwas falsch gemacht.“

Die Wärme der Medien für die „Gemäßigten“ hat natürlich einen Grund, denn wer in dieser Kategorie landet, gilt für die Mainstream-Gesellschaft als noch nicht komplett verloren. Es ist der lockende Wink, doch endlich abzulassen von der AfD, dem Patriotismus und dem ganzen Aufbegehren gegen die Regierungspolitik. Als Belohnung wartet die gnädige Wiederaufnahme in den Schoß der Blockparteien sowie die Aussicht auf eine politische Karriere daselbst. Man glaubt in der Tat, bei den vorweg zu „Gemäßigten“ nobilitierten AfD-Repräsentanten sei die Chance am größten, sie zum Seitenwechsel zu bewegen.

Und es klappt fürwahr! Der skandalumwitterte Bernhard Wildt und Matthias Manthei sitzen nach einigen Zwischenstopps bei diversen Kleinparteien wohlgelitten inmitten der CDU-Landtagsfraktion, wollen sogar Parteimitglieder werden! Zuvor waren beide jahrelang Landessprecher der AfD in MV, galten den Medien aus irgendeinem Grunde aber stets als „gemäßigt“. Vergangenen Freitag traten zwei ebenfalls „gemäßigte“ Herren, welche über die AfD in die Rostocker Bürgerschaft gelangt waren, zum Rostocker Bund über, einer tendenziell linken Gruppierung, was deren Chefin Sybille Bachmann nicht davon abhält, auf ihrer Website den Judenhasser und Hitler-Förderer Henry Ford zu zitieren. Vielleicht hat sie deswegen auch kein Problem mit der NPD-Vergangenheit eines ihrer Neuzugänge.

Fazit: Wann immer AfD-Politiker in der Presse als „gemäßigt“ dargestellt werden oder sich selbst so bezeichnen, ist Obacht geboten. Nicht ganz umsonst denken viele bei diesem Wort auch an „beliebig“ und „oberflächlich“. Wer dem enormen Druck, wie er auf uns Oppositionellen lastet, nicht standhalten kann oder will, schadet der Sache mehr als dass er ihr nützt. In Rostock sind die Folgen desaströs. Bis zur nächsten Kommunalwahl 2024 wird die AfD mit ihren verbliebenen zwei Leuten in der Bürgerschaft nur wenig bewirken können. Dank jenen Gemäßigten. Schon der Apostel Johannes schrieb den ersten Christen in einer ähnlichen Situation wie wir als Patrioten sie gegenwärtig durchmachen: „Ach, dass ihr doch kalt oder heiß wäret! Ihr aber seid lau.“

 

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3 Gedanken zu „Nach Seitenwechseln in Bürgerschaft: Gemäßigt heißt häufig auch beliebig

  1. Wenn es einen Preis für Beliebigkeit gäbe, müsste Herr Holm den bekommen. Unlängst war in der SVZ ja ein sehr schöner Text zum Thema zu finden:

    „Karl Marx soll es so gesagt haben, aber verbürgt ist es nicht: „Ich bin alles Mögliche, aber sicher kein Marxist.“ Leif-Erik Holm ist alles Mögliche nicht, eins ganz sicher: Holmist. Und er hat sich erneut durchgesetzt. Wie er das macht? Indem er gar nichts macht außer lächeln. Er ist weder Fisch noch Fleisch, weder bürgerlich konservativ noch völkisch national, weder Schneemann noch Schornsteinfeger. Eher nagelt man einen Pudding an die Wand, als von Holm in einer unklaren Situation eine deutliche Ansage zu hören. Holm hat Parteigründer Lucke und Nachfolgerin Frauke Petry genau so lange verteidigt wie das opportun in der Partei war. Nun steht er treu hinter Alexander Gauland. Er würde auch treu hinter Rumpelstilzchen stehen, wenn die Mehrheiten dort zu vermuten sind und Rumpelstilzchen gerade den Ton angibt. Momentan heißt der Ton eben: bürgerlich-konservativ. Dieser Opportunismus sichert Holm und den Seinen die Macht und den Platz an den Fleischtöpfen Ägyptens. Mit ihm, das wissen auch die wirklich Völkisch-Nationalen, machen sie erst mal nichts falsch. Das Lächeln wird noch gebraucht. Doch an der Basis rumort es vernehmlich: Es ist nicht nur der fehlende „feste Klassenstandpunkt“, den die Hartgesottenen vermissen. Es ist auch der Neid der bislang nicht zum Zuge gekommenen Karrieristen.“

  2. Napoleon: Ich liebe den Verrat, aber ich hasse den Verräter! Die Wähler sind klüger als man glaubt. Es zieht sich durch die ganze Geschichte der Republik. Verräter und Parteien, die Verräter aufgenommen haben, wurden bei den nächsten Wahlen abgestraft!
    Das lässt hoffen.

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