Populismus ist Ausdruck der Selbstbestimmung des Volkes

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In den letzten Jahren wurde viel über den Aufstieg der Populisten in ganz Europa gesprochen. Ausnahmslos immer mit einem pathologisierenden Unterton. Wie ein sozialer Bazillus, der schnellstmöglich verschwinden sollte und als Störenfried im etablierten Politikbetrieb wahrgenommen wird. Doch politische und gesellschaftliche Systeme scheinen immer noch funktionierende Selbstregulierungskräfte zu haben, die im Volk eine zuverlässige Sensorik aufkommen lassen. So tritt das populistische Phänomen immer dann auf, wenn die etablierten politischen Kräfte eine vermeintliche Machtautomatik entwickelt haben und politische Debatten fernab der Realitäten in der Bevölkerung stattfinden. Diesen Zustand haben wir auch heute. Das politische Establishment jongliert nur noch in ihrem eigenen selbstreferenziellen Parlamentsalltag und einer medialen Scheinöffentlichkeit.

Die Klimadebatte verkennt bspw. die Alltags- und Berufsgestaltung von Arbeitnehmern und jungen Familien, die in ländlichen Regionen auf Mobilität angewiesen sind und sich kein neues Elektroauto leisten können. Die Eliten behaupten nach wie vor, dass es Meinungsfreiheit in diesem Land gäbe. Klar, so steht es doch im Grundgesetz. Sich aber tatsächlich als AfD Wähler zu outen oder eine kontroverse Meinung zur Zuwanderung am Arbeitsplatz zu vertreten, kann durchaus zu Schwierigkeiten führen. Und dies bedeutet nicht nur den inhaltlichen Widerspruch zu riskieren, sondern die komplette berufliche Existenz. Sie verstehen es einfach nicht, wie es ist nachts nicht in gepanzerten Limousinen zu fahren und als Frau in mehrheitlich migrantisch geprägten Gegenden nur noch mit Pfefferspray aus dem Haus zu gehen.

Populismus ist lediglich die Antwort auf diese Arroganz und Abgehobenheit des politischen Mainstreams. Der Aufstieg der AfD ist eben Ausdruck eines strukturellen Rassismus in der deutschen Gesellschaft. Es ist ein neuer Bezugspunkt für jene Menschen, die die Durchschnittsbevölkerung repräsentieren. Die Funktionäre sind Männer und Frauen aus dem Volk, die noch keine 20 Jahre in den Parlamenten sitzen. Sie sind Werk- und Berufstätige, Menschen mit Familien und Freunden. Der Populismus ist daher kein plötzlicher Dämon, sondern das Immunsystem einer echten Demokratie. Folgerichtig urteilte der Politologe Professor Frank Decker jüngst in der NZZ: „Der Begriff Populismus ist heute zu einem politischen Schimpfwort mutiert. Dabei lässt sich schwer bestreiten, dass Populisten richtige Fragen stellen und legitime Ziele verfolgen.“

 

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