Blick nach links: Keine Irre von Chaillot

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Zu einer Zeit, als das Rostocker Volkstheater noch richtig gut war, inszenierte Hanns Anselm Perten als dessen bis anhin bedeutendster Intendant eben dort das Stück „Die Irre von Chaillot“, mit seiner eigenen Frau Christina van Santen in der Hauptrolle. Das war 1982. Im Gegensatz zu anderen, im Rahmen der politischen Korrektheit des SED-Staates nicht selten auch regierungskritischen Produktionen, war die Satire von Jean Giraudoux kein bahnbrechendes Theaterereignis: Skrupellose Spekulanten vermuten unter Paris riesige Erdölvorkommen und wollen Teile der Stadt deswegen abreißen. Eine heruntergekommene, nicht ganz zurechnungsfähige ältere Dame, in ihrem Kiez respektvoll als „Gräfin“ angesprochen, kann das im Bunde mit einer Handvoll weiterer Ausgestoßener auf dem Wege der Selbstjustiz gerade noch verhindern. Derlei Plots ließen die Herzen realsozialistischer Kulturfunktionäre allenthalben höher schlagen. Auch die Idee, dass die von der Mehrheitsgesellschaft zur Irren erklärte Bettlerin am Ende den sittlich-moralischen Sieg über die kapitalistische Manager-Elite erringt, dürfte noch heute das linksgrüne Juste Milieu verzücken.

Ein derart schlichtes Weltbild, wie es in „Die Irre von Chaillot“ zum Ausdruck kommt, ist in der Kunst natürlich erlaubt. Problematisch wird es freilich, wenn Menschen, zumal Politiker, anfangen zu glauben, das reale Leben sei genau so simpel wie auf der Theaterbühne bisweilen dargestellt. Eine solche Zeitgenossin begegnet mir immer wieder in Güstrow sowie im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Es ist die Abgeordnete der Linkspartei Karen Larisch. Zu Beginn hielt ich die Frau, ob ihres unkonventionellen Auftretens auch AfD-Politikern gegenüber, für jemand, mit dem sich durchaus vernünftig reden ließe. Als sie nach einem gemeinsamen Termin in Krakow am See nicht den Bus nahm, sondern sich von mir und meinem Mitarbeiter in dessen Auto zurück nach Güstrow fahren ließ, schien mir diese Hoffnung umso begründeter. Dieser Täuschung wird jemand wie ich natürlich häufiger aufsitzen, wenn man nämlich offen und vorurteilsfrei auch auf Protagonisten des linken Lagers zugeht. Das hatte ich schon erfahren müssen durch meine kurze Bekanntschaft mit Cornelia Nenz, die mich im Vorfeld eines Parlamentarischen Abends des von ihr geleiteten Heimatverbandes e.V. um Spenden zugunsten desselben anging, auf der Veranstaltung selbst jedoch ihr intolerantes Gift verspritzte.

Frau Larisch ist diesbezüglich, obschon einige Jahre jünger, nicht viel anders. Überall wittert sie Nazis und wo keine sind, werden die eben erfunden. Wie im eingangs beschriebenen Theaterstück ist ihre Welt ganz offenkundig streng in gut und böse eingeteilt. Während die Irre von Chaillot aber gegen Kräfte zu Felde zieht, die ihre Heimatstadt zerstören wollen, hat Frau Larisch den Feind notabene dort ausgemacht, wo jene stehen, welche unser schönes Land bewahren wollen. Dieser Rollentausch ist entscheidend und macht es unmöglich, der linken Politikerin aus Güstrow das Maß an Sympathie entgegenzubringen, welches man trotz aller Widersprüche gemeinhin für die illustre alte Dame in der französischen Satire übrig hat. Wer will schon Paris vernichtet sehen? Selbst deren letzter deutscher Stadtkommandant verhinderte im August 1944 die von Hitler befohlene vollständige Zerstörung der französischen Metropole. Doch viele wollen, dass Deutschland zugrunde gerichtet wird. Weil sie letzteres nach allem, was wir bis anhin feststellen konnten, ebenfalls anzustreben scheint, ist die gute Frau Larisch eben keine in die hiesige Landespoltik hinein auferstandene Verkörperung jener „Irren von Chaillot“, sondern deren destruktives Pendant. Zerstörung nicht um einer Erdölquelle willen, sondern wegen einer wahnwitzigen Ideologie, die überwunden geglaubt zu haben wir in diesem Jahre 2019 zum dreißigsten Male feiern werden.

Eine gemäß der Kernaussage des Schauspiels von Jean Giraudoux naheliegende Vermutung ist, dass nicht immer die offiziell für verrückt Erklärten tatsächlich die wahren Irren sind. Und andersrum. Doch wie soll man es bezeichnen, wenn jemand immer wieder Unwahrheiten über andere verbreitet? Am gestrigen Neujahrstag entdeckte ich auf der Facebook-Seite von Karen Larisch folgenden höchst bizarren Beitrag:

 

 

Sie behauptet also nicht nur eine Mitgliedschaft meiner Person in einem „ominösen Bürgerbündnis“, sondern insinuiert ferner, es wäre sogar mein Bürgerbündnis, ich sei demzufolge der Anführer dieser Gruppierung. Nun gehöre ich keinem wie auch immer gearteten Bürgerbündnis an, schon gar nicht in einer führenden Position. Zudem habe ich mich am Silvesterabend überhaupt nicht in Güstrow aufgehalten, sondern in Rostock mit Freunden den Jahreswechsel gefeiert. Die öffentlichen Einlassungen der Landtagsabgeordneten Larisch sind folglich unwahr und dürften durchaus den Straftatbestand der Verleumdung sowie der üblen Nachrede erfüllen.

Die von unzähligen Nazis bevölkerte Wahnwelt der linken Politikerin muss sich im Interesse einer steten Selbstvergewisserung, auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen, nolens volens von Zeit zu Zeit materialisieren und sei es nur als Phantasiegebilde. Und je mehr man von anderen belächelt wird, weil niemand sonst außerhalb der eigenen politesoterischen Zirkel das Gespenst gesehen hat, desto maßloser werden die Behauptungen. Da werden den Jahreswechsel feiernde Passanten so mir nichts dir nichts zu einem rechtsextremen Bürgerbündnis und zwar zu keinem gewöhnlichen rechtsextremen Bürgerbündnis, sondern zu einem, dem Holger Arppe höchstselbst vorsteht. Die Wahrheit hat sich jedoch als Handyvideo verewigt, welches eine augenscheinlich sturzbetrunkene Abgeordnete zeigt, sich mühsam auf den Beinen haltend und mit einer Flasche in der Hand. Der kurze Film legt nahe, dass die Passanten von der Gruppe um Frau Larisch attackiert worden sind und nicht umgekehrt, wie von letzterer behauptet. Niemand muss es sich vorwerfen lassen, in der Silvesternacht beschwipst gewesen zu sein. Das im Alkoholrausch produzierte Hirngespinst von einem rechten Angriff jedoch anderntags zum Schaden gänzlich unbeteiligter Personen öffentlich zu verbreiten, während sich die Realität völlig anders abspielte, kann so nicht toleriert werden. Indessen hat Frau Larisch den inkriminierten Beitrag auf mein Verlangen hin gelöscht. So wollen wir es vorderhand dabei bewenden lassen. Abschließend bleibt zu hoffen, dass die zahllosen tatsächlichen Opfer von Massenzuwanderung und Multikulti-Irrsinn jenem rundherum entzauberten Gegenstück zur „Irren von Chaillot“ künftig ebenso am Herzen liegen wie die eigene Tochter in Güstrow.

 

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2 Gedanken zu „Blick nach links: Keine Irre von Chaillot

  1. Toller Beitrag! Genossin Larisch ist also nicht irre, sondern noch viel schlimmer. Ich habe diese Person bereits ein paar Mal im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern in Aktion gesehen. Mein Eindruck: die ist krank, leidet an einer Psychose oder etwas ähnlichem. Gleichwohl haben die hysterischen, rechthaberischen und intoleranten Auftritte der Genossin Larisch einen gewissen Unterhaltungswert. Möglicherweise leidet sie aber auch einem eingebildeten Mangel an Aufmerksamkeit seitens ihrer Umwelt und will durch solche erfundenen Vorfälle mehr Beachtung generieren. Ich kannte mal eine junge Dame, die ständig schwere Erkrankungen vortäuschte, weil sie dann vorübergehend im Mittelpunkt stand und alle Welt meinte, sich um sie kümmern zu müssen. Irgendwann flog das auf und die Glaubwürdigkeit war dahin. Mir tun solche Leute irgendwie leid. Ein Nervenarzt könnte helfen.

  2. Verklagen Sie diese Frau, Herr Arppe! Nach allem, was diese linken Drecksäcke Ihnen angetan haben, wäre es doch allerhöchste Zeit, endlich die Glacéhandschuhe auszuziehen! Immerhin ist der Beitrag hier ein Schritt in die richtige Richtung. Skrupel oder vornehme Zurückhaltung werden von Extremisten wie Frau Larisch nur als Schwäche ausgelegt.

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