Das Bedingungslose Grundeinkommen – linke Schnapsidee oder sinnvolles Zukunftskonzept?

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Die Gesellschaft ist im Umbruch. Unsere Arbeitswelt wird in wenigen Jahrzehnten nicht mehr so sein, wie sie die letzten einhundertfünfzig Jahre gewesen ist. Durch die Digitalisierung, die sogenannte Industrielle Revolution 4.0, werden nach Schätzungen britischer Wissenschaftler bis 2030 ungefähr 45 Prozent der bisherigen Berufe verschwunden sein. Durch die unaufhaltsam weiter voranschreitende Automatisierung erleben wir das Paradoxon, dass immer weniger Menschen an einer immer weiter steigenden Produktivität teilhaben. Es wird also fürderhin immer weniger Arbeit im klassischen Sinne für die arbeitsfähige Bevölkerung zur Verfügung stehen. Der tägliche Strom der Arbeitnehmer in Büros und Fabriken dürfte bald weitestgehend der Vergangenheit angehören. Maschinen werden uns an immer mehr Stellen ersetzen, erdacht und überwacht von ein paar wenigen hochqualifizierten Fachleuten und kreative Köpfe sich nicht mehr an ein bestimmtes Unternehmen binden, sondern Teil der sogenannten Gig Economy sein. Natürlich wird auch das Internet mehr denn je unser Leben bestimmen und zwar zum Guten wie zum Bösen. Alles in allem sind es fürwahr spannende und faszinierende Zeiten!

Freilich verlangt diese Entwicklung nach neuen Antworten auf wesentliche Fragen. Werden wir der sich rasant verändernden Arbeitswelt noch gerecht mit sozialpolitischen Konzepten, die im Kern aus der Zeit Bismarcks, also aus dem späten 19. Jahrhundert stammen? Wenn die Menge der von Menschen zu erledigenden Arbeit stetig abnimmt, woher soll dann das Einkommen stammen, das den ja auch künftig notwendigen Konsum ermöglicht? Maschinen können zwar alles Mögliche herstellen, konsumieren es jedoch nicht. Andererseits verlangen Maschinen auch keinen Lohn für ihre Arbeit. Sie wollen lediglich gewartet werden. Diesen entscheidenden Widerspruch gilt es aufzulösen und genau hier kommt das Bedingungslose Grundeinkommen als mögliche Lösung ins Spiel. Während in der Schweiz sogar schon eine Volksabstimmung zu diesem Thema stattfand, wird es in Deutschland kaum diskutiert. Als Reaktion auf eine diesbezügliche Kleine Anfrage, welche ich jüngst an die Landesregierung in Schwerin richtete, wurde mir in zwei lapidaren Sätzen mitgeteilt, dass man zu dieser Problematik noch nicht mal eine Meinung habe. Zukunftsfähigkeit sieht anders aus!

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Ein Gedanke zu „Das Bedingungslose Grundeinkommen – linke Schnapsidee oder sinnvolles Zukunftskonzept?

  1. Wichtige Argumente zu dem Thema liefert m.E. Karl Stickler mit seinem Büchlein „Wie das bedingungslose Grundeinkommen ..“, indem er die Frage stellt, welche Auswirkungen des „BGE“ auf die gesellschaftliche Solidarität und den Begriff Inklusion hätte.

    Johanna

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